Breitenleer Straße 263
1220 Wien

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Öffnungszeiten:

Samstag, 7. April 2018       Samstag, 5. Mai 2018  und       Samstag, 2. Juni 2018       jeweils  von 10 bis 13 Uhr

Für Schulklassen und Gruppen ist das Museum nach rechtzeitiger telefonischer Terminvereinbarung per Tel. od. sms 0660 6805686 zugänglich.

Nähere Informationen finden Sie auf der Seite "Anfahrt/Öffnung/Führungen"

EINLADUNG zum Vortrag

Zum Thema

"Die Schulgeschicht der Schweiz" spricht

Prof. Damian Miller von der Päd. Hochschule Thurgau

am 16. April 2018 um 16 Uhr

in der Wiener Urania im Kammersaal

 

 

 

WILLKOMMEN IM WIENER SCHULMUSEUM

Collage für die Titelseite

Am 12. März 1938 marschierten deutsche Truppen in Österreich ein. Das Land wurde ein Teil des Deutschen Reiches. Dieser Umschwung brachte auch grundlegende Änderungen für die Schulen mit sich.

Die Vorbereitungen für den politischen und gesellschaftlichen Umsturz waren schon längst getroffen, die Listen für Verhaftungen und Entlassung missliebiger Personen von illegalen Parteigängern der NSDAP in Österreich erstellt.

So wurden bald nach dem Einmarsch die Direktionen und Lehrkörper in den Schulen gesäubert, Zwangspensionierungen, Besetzung mit linientreuen Personen NSDAP-Mitgliedern waren die Folge. Etliche Lehrkräfte waren schon illegal bei der NSDAP gewesen, der Anteil der Nationalsozialisten bei den Lehrern war überdurchschnittlich groß.

Die Lehrkräfte wurden auf Adolf Hitler vereidigt. Die Eltern mussten eine "Rassenerklärung" abgeben. In der Auswahl waren: Arier - Mischling 1.Grad - Mischling 2.Grad - Jude.

Jüdische SchülerInnen und jüdische Lehrkräfte wurden ausgesondert und mussten die Schulen verlassen. (Auch ein jüdischer Ehepartner reichte dafür.)

Das Erziehungsideal der Nationalsozialisten war es, künftige Soldaten der Deutschen Wehrmacht heranzubilden. Eine Reihe von Schulfeiern, teils im Anschluss an aktuelle geschichtliche Ereignisse, teils im Anhören von Führereden, teils im Sinne obiger Erziehungsaufgabe (Tag der Luftwaffe, staatspolitische Filme) waren die von der Schulbehörde angeordnete Mittel, um die Jugend auf ihre zukünftigen Aufgaben vorzubereiten: dem „Führer“ bedingungslose Gefolgsleute zu werden, die nicht einmal davor zurückschrecken durften, die eigenen Eltern als Feinde des Regimes anzuzeigen.

Die Unterrichtsstunde hatte mit dem Deutschen Gruß zu beginnen und zu enden: Lehrer und Schüler streckten den rechten Arm aus und riefen Heil Hitler. Und das jede Stunde! (In der Praxis nahmen es nicht alle Lehrer so genau.)

Der „Führer“ hatte in den Schulbüchern nicht nur als Staatsoberhaupt seinen Platz eingenommen. In den Lesebüchern waren neben den Werken von Friedrich Schiller, Theodor Storm und Friedrich Hebbel u.a.  auch Texte und Reden von Adolf Hitler zu finden. Auf Spruchbändern an den Wänden waren Parolen des Führers zu lesen.

Auch im Schulzeugnis gab es Änderungen. Entsprechend der Staatsideologie rückte das Fach Leibesübungen an die Erste Stelle der aufgelisteten Gegenstände und verdrängte dort das Fach Religion, das an die letzte Stelle rutschte und Freigegenstand wurde. Im Herbst 1938 verboten die Nationalsozialisten alle konfessionellen Schulen.

Mit dem Kriegsbeginn am 1. September 1939 hatten die Lehrkräfte die Lebensmittelmarken zu verteilen.

Im Juni 1940 kam es zum Angriff deutscher Truppen auf Frankreich. Direktoren schreiben in der Schulchronik euphorisch und regelmäßig von den Gebietsgewinnen und der Größe des Führers. Die Schüler hören in den Klassen gemeinsam die Siegesmeldungen im Rundfunk.  Auf großen Landkarten werden die Fronten eingezeichnet. Später leisten männliche Lehrer Kriegsdienst, die meisten kehren wieder in ihre Schulen zurück.  

1941 (am Höhepunkt der deutschen Gebietsgewinne) wird in allen Schulen des Deutschen Reiches die Kurrentschrift abgeschafft und durch die Lateinschrift ersetzt, die bisher in den Fremdsprachen Verwendung fand.

Ab dem Jahre 1943 kam es vermehrt zu Bombenangriffen auf Wien. Sie wurden durch Sirenen schon eine Stunde vorher angekündigt. Die SchülerInnen mussten schleunigst nach Hause, um in den Luftschutzkellern Unterschlupf zu finden.

Wird fortgesetzt.